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Sanierung in der Krise

 
London im März 2020

London im März 2020

 
 

Sind wir gewappnet für die Insolvenzwelle? Sind richtiges Know-how und Ressourcen in der Sanierungsphase verfügbar?

In den vergangenen Wochen haben wir eine deutliche Zunahme von Insolvenzen im Bereich Einzelhandel mit prominenten Namen, wie z.B. Galeria Karstadt Kaufhof, Esprit, Hallhuber etc. gesehen. Aber auch wichtige andere Branchen, wie z.B. die Automobilzulieferer sind betroffen mit Veritas, TMD Friction, Sitronic etc.. Im Segment Hospitality meldeten u.a. das Hotel Sofitel in Berlin und die Restaurantkette Vapiano Insolvenz an.

Bisher galt die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht zum 31.09.2020. Die Mehrzahl der Fachleute erwartete danach einen deutlichen Anstieg der Insolvenzen. Ob die nun geplante Aussetzung bis zum 31.12.2020 zu einem günstigeren Szenario führt, bleibt zweifelhaft.

Nach einer langen positiven Phase am Immobilienmarkt, in der die „Flut alle Boote steigen ließ“, deutet sich ein massiver Vorzeichenwechsel an. „Stagnation oder sogar Kontraktion statt Expansion“ bei Mieten, Preisen und Transaktionsvolumina. Restrukturierungsexperten und Work-out Spezialisten werden wieder gefragt sein.

Die Situation für Banken

In den vergangenen Jahren wurden parallel zu einem konstanten Aufschwung am Immobilienmarkt Problemkredite und folglich auch die Work-out Einheiten aller Banken systematisch reduziert.

Viele Mitarbeiter sind inzwischen anderweitig eingesetzt oder teilweise auch altersbedingt aus den Unternehmen ausgeschieden.

Die Know-how Basis im Sanierungsbereich ist nachhaltig ausgedünnt.

Die Situation für Versicherungen und Versorgungswerke

Versicherungen und Versorgungswerke mussten sich in der Vergangenheit wegen ihrer konservativen Anlagepolitik mit Sanierungsthemen kaum beschäftigen.

Dies könnte sich nun ändern, da bedingt durch den Niedrigzins teilweise auch höhere Risiken in die Bücher genommen wurden, entweder als Direktinvestment oder über den Umweg einer verbrieften Kapitalanlage (Anleihen, Schuldscheine, Mezzaninedarlehen).

Wenige Versicherungsunternehmen und Versorgungswerke haben das ausreichende Know- how und die Mitarbeiter-Ressourcen, um einen deutlichen Anstieg an Risikofällen im Immobilienbereich bewältigen zu können.

Die Situation für Immobilienentwickler und Investoren

Die letzte Dekade war von einem stetigen Aufwärtstrend geprägt. Sinkende yields und Zinsen haben Preisanstiege teilweise mehr als ausgeglichen.

Nun treten vermehrt Situationen auf, in denen Nutzungskonzepte in Frage gestellt werden, da sich Rahmenparameter, z.B. im Einzelhandel und im Bereich Hospitality immer deutlicher und nachhaltig ändern werden. Bereits erworbene Grundstücke und Projekte müssen umgeplant, bei den Behörden neue Nutzungen beantragt und verhandelt werden.

Hinzu kommt, dass sich die Kreditvergabekriterien der Banken für Neukredite weiter verschärfen. Dass bei bestehenden Krediten Prolongationen oder evtl. sogar ein Bruch von Covenants die Komplexität der Kunde-Bank-Beziehung deutlich erhöhen wird, ist unausweichlich.

Drei wesentliche Erfolgsfaktoren für eine Sanierung

  1. Know-how und Erfahrung im Bereich der Aktiv-Seite, Immobilienentwicklung, Kontrolle der Baustellen, Verhandlungen mit Kommunen etc..

  2. Know-how und Erfahrung im Bereich der Passiv-Seite, Restrukturierungsgespräche und Verhandlungen mit Banken, Kontrolle und Anpassung von Businessplänen, die von Banken und Mezzanine-Gebern akzeptiert werden.

  3. Sofortige Verfügbarkeit von „Manpower“.

Lösungen können sein

  1. Priorisierung der erforderlichen Maßnahmen und Bildung von „Task forces“ unter Einbindung auch fachfremder Mitarbeiter in der jeweiligen Bank bzw. Unternehmen für zu priorisierende Teilfragen bzw. –komplexe.

  2. Aufsetzen von Firmen- bzw. bankinternen Projektstrukturen und –planungen zur Bewältigung der gleichzeitig anstehenden Aufgaben in der Sanierungsphase.

  3. Einsatz bzw. Integration von externen Fachleuten und Beratern.

RECON vereint umfassende Immobilien- und Finanzierungs- kompetenz mit dem Krisen- und Restrukturierungs-Know-how aus den letzten drei Zyklen.

RECON baut auf einem starken Netzwerk auf. Wir verhandeln auf Augenhöhe mit Kunden, Banken und Behörden und setzen aus einer Hand um.

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Frank Lamby